Archiv für November 2010

29.11.10

Das EU-geförderte Forschungsprojekt Indect widmet sich intensiv dem Thema „Überwachung, Suche und Entdeckung für die Sicherheit von Bürgern“. Ziel des Projekts ist die Zusammenfassung verschiedener Verfahren der Datenerhebung um abweichendes Verhalten von Menschen zu erkennen. Damit soll Verhalten entdeckt werden, was dann in eine kriminelle Handlung münden kann. Diese Daten können dann EU-weit verwendet werden. Geplant ist ein Prototyp, aber auf Web-Seite werden Machbarkeitsuntersuchungen für die praktische Anwendung geplant. Indect ist ein Konsortium aus verschiedenen Unis, Polizei-Behörden und private Institute (aus der dt. Bundesrepublik PSI transcom, Innotec Data GmbH, Bergische Universität Wuppertal). Dieses Projekte wird kritisch gesehen, weil es mit technischen Mitteln auf soziale Probleme antworten will. Auch aus Datenschutzgründen ist das Projekt bedenktlich, weil ein permanenter Abgleich von Live-Videos mit Polizeidatenbanken erfolgen soll. Das Projekt ist nicht kontrollierbar – es gibt keine Auskunft durch staatliche Stellen der Bundesrepublik. Bisher ist das Projekt wenig bekannt und wir entsprechend selten (kritisch) betrachtet. Aber verschiedene Organisationen wie die Piratenpartei haben es zum Thema gemacht und auch die verschiedene Nachfragen haben einige Informationen öffentlich gemacht. Weitergelesen werden kann u. a. bei out-of-control Berlin. Wir sprachen mit Matthias Monroy, einem Autor von telepolis darüber.

Letze Woche fand eine Demo vor dem Bundestag statt, weil dort das Sparpaket beschlossen werden sollte. Geplant war eine Belangerung des Bundestages, aber leider kamen nur knapp 3000 Menschen. Martin Bersing vom Erwerbslosenformung denkt, dass Proteste meist nur dann erfolgreich sind, wenn es Unterstützung durch bürgerliche und Intelektuelle gab. Dieser Kreis stellt aber nicht die soziale Frage. Soziale Belange kann nicht nur das Anliegen von Betroffenen sein, sondern muss von allen unterstützt werden.

Der Berliner Innensenator Körting ruft wegen der vermeintlichen Terrorgefahr dazu auf, auf merkwürdiges oder abweichendes Aussehen u.a. zu achten und ggf. die Polizei zu verständigen. Das führt zu bizarren Situationen, bei der beispielsweise Menschen durchsucht werden, weil sie mit dem Kopfhörer „arabische“ Musik hören. Die Terrorgefahr lässt vieles außer Kraft setzen, was an Bürgerrechten sonst gilt und gegenüber andereren Ländern besonders von den westlichen PolitikerInnen immer hochgehalten wird. Bei der Einreise in die USA werden jetzt immer öffter Festplatten von den Sicherheitsbehörden kopiert. Eine solche Kontrolle wäre im Lande nicht legal. Die Terrorgesetze machen es möglich. Auch ein Filmvorführer wurde in den USA auf eine Terrorliste gesetzt, weil einen Film zeigt, der sich kritisch mit einer Fördermethode für Erdöl und -gas befasst. Begründung: Leute, die den Film sehen, könnten zu direkten Aktionen verleitet werden, was aber überhaupt nicht Thema des Filmes ist.

Ende Juni 2009 gab es einen Putsch in Honduras. In der neuesten Veröffentlichung von WikiLeaks sind auch Depeschen der US-Botschaft in Honduras enthalten. Der Botschafter der USA schreibt klar von Putsch und wiederlegt die Argumente der Putschisten, wonach der Präsident einen Verfassungsbruch beabsichigt. US-Regierung hat trotzdem verhalten reagiert und die Ereignisse nicht als Putsch verurteilt. Dann hätten sie z. B. die Miltiärhilfe einstellen müssen. Auch die EU hat sehr schnell nach dem Putsch wieder die Zusammenarbeit aufgenommen und den Putsch als Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung eingestuft. Trotz der Veröffentlichung von WikiLeaks wird die Demokratiebewegung in Honduras nicht befördert, weil sich weder die derzeitige Regierung ihre Repression noch die EU oder die USA ihre Politik ändern wird. Über die Details informierte uns Malte Damiljuk vom Nachrichtenportal Amerika 21.

Die Schweiz hat entschieden: Ausländerinnen und Ausländer die eine Straftat begehen, sollen automatisch ausgeschafft werden. So sieht das die Ausschaffungsinitiative vor, welche mit knapp 53 Prozent der Stimmen angenommen wurde. Keine Chance hatte der Gegenvorschlag, in keinem einzigen Kanton fand er eine Mehrheit. Die Ausschaffungs-Initiative wäre auch dann angenommen worden, wenn die Stichfrage entscheidend gewesen wäre, denn das Ständemehr hätte sich für diese Ausgesprochen. Zur Urne gingen 52 Prozent der Stimmberechtigten in der Schweiz. Und eine Menge von ihnen fühlten sich vom Abstimmungs-Resultat nicht vertreten, weshalb es gestern Abend Schweizweit zu Kundgebungen gegen die Abstimmungsinitiative kam. RaBe, ein freies Radio in Bern, berichtet von der abendlichen Kungebung in Bern.

Afrika ist der Kontinent, der am längsten der Kolonialherrschaft unterworfen war. Und Angola zählt zu den letzten Ländern, die unabhängig wurden. 35 Jahre ist es her, dass sich Angola von der Kolonialmacht Portugal befreite: Am 11. November 1975 rief die damals sozialistisch orientierte Befreiungsbewegung MPLA die Volksrepublik Angola aus.
Jedoch bedeutete dies nicht den friedlichen Aufbau eines eigenständigen Landes. Ganz im Gegenteil: Das Land wurde von den Machtkämpfen rivalisierender Guerrilla-Organisationen und kriegerischen Auseinandersetzungen mit dem südafrikanischen Apartheid-Regime zerrissen. Außerdem stand es längst im Fokus der US-Regierung, die kein Interesse an einem weiteren marxistisch ausgerichteten Staat hatte. Somit geriet Angola zusätzlich zwischen die Fronten des Kalten Krieges. Jan Köstner ist Afrikanist in Berlin.
In einem Interview entwirrt er die dichte Kette der Ereignisse und das komplizierte Interessengefüge rund um Angolas Unabhängigkeit.

Termine interessanter Veranstaltungen:
Di. 30.11. 19.00 Uhr, Scheune: „Ich habe einen Traum – Zukunftsvisionen Dresdner Migranten“ (Podiumsdiskussion)
Di. 30.11. 20.00 Uhr, Schauburg: Der Die Das (Filminfo, Homepage)
Mi. 1.12. 18.00 Uhr, Kleines Haus: Privatisierung, Verstaatlichung und Schutz der Gemeingüter
Mi. 1.12. 19.00 Uhr, Wir AG (Martin-Luther-Straße 21): Gesellschafts-Transformation – Ein neues Wandlungs-, Umbau- und Zukunftskonzept
Do. 2.12. 14.50 Uhr, TU Dresden – Mollier Bau (Georg-Bähr-Str. 3) – Hörsaal 213: Rassismus als Herausforderung für die Schule
Do. 2.12. 19.00 Uhr, Internationale Begegnungszentrum (Heinrich-Zille-Straße 6): „Sarrazins Wahrheit“ – eine alternative Buchlesung
Do. 2.12. 19.00 Uhr, Kunsthaus Dresden: Mash-Up – Kreativ, vielfältig und meistens verboten (Film, V. Djordjevic – iRights.info)
Fr. 3.12. 10 Uhr, Umweltzentrum: Workshop: Distanzbewältigungen – Historisch-Politische Bildungsarbeit zur Shoah in der Einwanderungsgesellschaft
Fr. 3.12. 19.30 Uhr, Kino im Kasten: Mondlandung

22.11.10

Die Beiträge zur Haftpflicht-Versicherung von Hebammen wurden verdoppelt. Diese Versicherung ist notwendig, um die sehr selten auftretenden Komplikationen bezahlen zu können. Ohne Versicherung wäre eine Hebamme im Falle eines Falles pleite. Als Grund geben die Versicherungen an, dass die Behandlungskosten in Zukunft ansteigen könnten. Mit dem Anstieg der Versicherung wäre es nicht mehr möglich, den Beruf auszuüben. Alternativ muss der Beitrag für die Rufbereitschaft erhöht werden, so dass die Mütter für die erhöhten Kosten aufkommen. Am 30.11. 16 Uhr wird es deshalb am Bischoftsweg/Alaunplatz einen Streik der Hebammen geben, der sich in eine bundesweite Aktion einreiht. Sie fordern, dass die Rahmenbedingungen so geändert werden, dass die Erhöhung der Beiträge kompensiert werden kann. Josephine Schönberg, selbst Hebamme, war im Studio.

Heute und morgen findet eine Strategie-Tagung der Obersten der Bundeswehr in Dresden statt. Deshalb gibt es heute am Königsufer (dort wo im Sommer die Filmnächte am Elbufer sind) ein großer Zapfenstreich (ab 20.15 Uhr). Zu Gast sind neben Karl-Theodor zu Guttenberg auch Angela Merkel. Schaulustige sind nur mäßig willkommen, aber wer dabei sein will, kann bestimmt einen Blick erhaschen.

In diesem Jahr häuften sich Angriffe auf linke Projekte und Jugendclub in Cottbus, Forst, Spremberg und anderen Orten der Region. Um dagegen zu protestieren, findet am nächsten Sa. (27.11.) eine Demo in Cottbus statt (Treff 14 Uhr am Gladhouse). Gerade in kleineren Städten gibt es wenig Unterstützung von Seiten der Stadtverwaltung. Im Gegenteil – die Angriffe werden als Lärmbelästigung für die Anwohner einsortiert, der durch die Schließung der Einrichtung begegnet werden kann. Eine Förderung von zivilgesellschaftlichen Projekten, die gegen die rechte Tendenzen etwas unternehmen, findet gar nicht oder nur präkär statt.

Derzeit läuft im Kino Thalia der Film „Nichts ist besser als gar nichts“, der sich mit dem Thema Prekarisierung beschäftigt. Mit Jan Peters, Regiseur des Films, sprachen wir über seinen Film.

Termine interessanter Veranstaltungen:
Di. 23.11. 20.00 Uhr, Volksbühne Berlin: Nurse With Wound & Blind Cave Salamander präsentieren: Soliloquy For Lilith
Mi. 24.11. 19:00 Uhr, Café Schoschana (Areal der neuen Synagoge): Literaturgespräche – ein politisches Quartett
Mi. 24.11. 18.00 Uhr, Hygiene-Museeum: Glaube und Staat. Wie viel Religion verträgt der demokratische Staat?
Mi. 24.11. 18.00 Uhr, Kleines Haus: Mehrfachkrisen des Kapitalismus: Ökonomie, Ökologie und soziale Gerechtigkeit (Prof. Dr. Christoph Görg)
Mi. 24.11. 18.30 Uhr, TU Dresden, Andreas-Schubert-Bau, Hörsaal 120 (Zellescher Weg 19): Baukultur – Spiegel gesellschaftlichen Wandels
Mi. 24.11. 19.00 Uhr, WIR AG (Martin-Luther-Str. 21): Die Eigentumsfrage im heutigen Kapitalismus
Do. 25.11. 20.00 Uhr, Kathedralforum (Schlossstraße 24): Folter, Scheinjustiz und Flüchtlingspolitik – Herausforderungen für amnesty international
Do. 25.11. 19.00 Uhr, Hygienemuseeum: Denkmäler der Gegenwart – Ästhetische und politische Fragen an eine umstrittene Kunstform
Do. 25.11. 14.50 Uhr, TU Dresden – Mollier Bau (Georg-Bähr-Str. 3) – Hörsaal 213: Der/Die idealtypische Mitarbeiter_in in pädagogischen Berufen
Do. 25.11. 20.00 Uhr, AZ Conni: Diskussion zur aktuellen Integrationsdebatte und Thilo Sarrazin
Fr. 26.11. 10.00 Uhr, Berlin, Brandenburger Tor: Demo: Sparpaket stoppen! Bundestag belagern!
Fr. 26.11. 9.00 Uhr, Hygiene-Museum: Heimat heute – Reflexionen und Perspektiven
Fr. 26.11. 18.30 Uhr, Skatepark Lingeralle/Ecke St Petersburger: Critical Mass
Fr. 26.11. 19.00 Uhr, Kunsthaus Dresden: Vortrag: Die Aufteilung des Gefährdeten: Sichtbarkeitsverhältnisse und Feindbilder in aktuellen Kriegen
Sa. 27.11. 22.00 Uhr, Scheune: Praxis/RM16-Benefiz-Rave

Fr./Sa. 10./11.12. Blockhaus: Seminar „Gentrification“, Anmeldung bis 25.11.!

15.11.10

Derzeit findet in Dresden die Veranstaltungsreihe „Zu Hause in Dresden“ statt, die von Afropa e.V. organisiert wird. Innerhalb dieser Reihe finden Veranstaltungen statt, die afrikanische Musik vorstellt und es finden Diskussionsveranstaltungen statt.

Letzte Woche wurde der Sächsischer Förderpreis für Demokratie verliehen. Eines der Projekte, die Akubiz in Pirna, hat den Preis abgelehnt, da die dafür unterschreiben sollten, potentielle Partner darauf zu überprüfen, ob der Verfassungsschutz bei ihnen „Extremismus“ vermutet. Diese Woche sollte nun der Integrationspreis an Internationale Gärten e.V. verliehen werden. Sie haben diesen Preis abgeleht, da u. a. die Stadt Dresden sich soeben gegen die dezentrale Unterbringung ausgesprochen hat, was einer sinnvollen Integration zu wider läuft. Wer diese Vereine unterstützen will, kann das unter http://ablehnung.blogsport.de/ tun. Es läuft auch eine Online-Petition zu diesem Thema.

Am Mi. starten die Theatertage des sächsischen Justizvollzugs u. a. in der JVA Dresden, der JVA Zeithain, dem KH Arnsdorf und dem Kleines Haus. Im Rahmen dieser Theatertage gibt es neben Theatervorstellungen von Insassen auch Lesungen, Filme und Workshops.

Seit einiger Zeit findet regelmäßig das Café Negation in der Praxis Columbusstr. statt. Diesen Sonntag geht es unter dem Titel „Nomadentum statt (nationale) Identität“ darum, ob mit dem Konzept des Nomadentum eine Betrachtungsweise jenseits des Nationalismus oder Rassismus möglich ist, oder ob damit nicht einem Neoliberalismus Vorschub geleistet wird.

Letzte Woche gab es in Limbach-Oberfrohna einen Überfall von Nazis auf Jugendliche. Anschließend wurde das Haus des Projekts „Schwarzer Peter“ in Brand gesteckt, so dass das Projekt erst nach einer Instandsetzung wieder genutzt werden kann. Die Stadt verurteilt den Anschlag, aber nur, weil Dritte hätten geschädigt werden könnten. Ansonsten sieht die Stadt das Ganze als ein Problem von rivalisierenden Jugendbanden. Wer dem Schwarzen Peter bei der Instandsetzung helfen will, kann sich unter schwarzerpeter.blogsport.de informieren.

Vor 20 Jahren wurden besetze Häuser in der Mainzer Str. in Berlin geräumt. Wir schauten auf die Ereignisse zurück.

Am 16.11. findet der 4. Bauern- und Imkertag statt, der sich zentral mit der Gentechnik-freien Landwirtschaft befasst. Milana vom Umweltzentrum Johanneshöhe hat uns die Tagung vorgestellt. Näheres gibt es unter www.sachsen-gentechnikfrei.de/

Termine interessanter Veranstaltungen:
Di. 16.11. 19.00 Uhr, Synagoge Görlitz: Welche Kultur braucht die Kulturstadt? – Kultur als Standortfaktor und Lebenselixier der Stadtgesellschaft
Di. 16.11. 16.00 Uhr, Societaetstheater Dresden: 10 Jahre Aufstand der Anständigen – Keine Entwarnung im Kampf gegen Rechtsextremismus (Anmeldung notwendig)
Mi. 17.11. 16.00 Uhr, Kunsthaus Dresden: GAME Event – de_kunsthaus
Do. 18.11. 20.00 Uhr, AZ Conni: Die Absageagentur – Dienstleistungsunternernehmen für Taugenichtse und andere Arbeitskritiker_innen
ab Do. 18.11., Thalia Kino: Nichts ist besser als gar nichts
Fr. 19.11. 19.00 Uhr, Kunsthaus Dresden: Die höhnische Öffentlichkeit: Vom Fern-Sehen zum Nah-Kampf im Netz
So. 21.11. 14.00 Uhr, Praxis Löbtau (Columbustraße 9): Nomadentum statt (nationale) Identität? Eine Denkfigur und ihr Verhältnis zum Nationalismus (Jour Fixe Initiative Berlin)
Mo. 19.00 Uhr, Hotel Holiday Inn, Bautzen (Wendischer Graben 20): Welche Chancen hat der Friedensprozess im Nahen Osten?
bis 8.12. Mo. – Fr. 9 – 18.00 Uhr, Rathaus Pieschen (Bürgerstr. 63): Ausstellung „RechtsDruck. Neonazi-Propaganda in Dresden-Pieschen“

08.11.10

Diese Woche finden an der TU Dresden die Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie statt. Salomé, eine der Organisatorinnen, stellte die Aktionstage vor.

In einem Interview von Radio freies Wendland wurden die drei Projekte linksunten.indymedia, Cinerebelde und Graswurzel.tv vorgestellt.

Flo ist derzeit im Wendland. Nach einem Update über die aktuelle Situation stellt er uns das Konzept des freien Radios vor Ort vor.

Am 11.11. startet die Cynetart im Festspielhaus Hellerau. Thomas stellte uns das diesjährige Festival vor.

Am 3.11. fand in Dresden eine Demo unter dem Titel „Wir sind mehr wert“ statt, auf der viele Menschen ihre Ablehnung der geplanten Kürzungen der sächsischen Landesregierung kund taten. Darauf gab es auch einen Antikapitalistischer Block. Anfangs gab es Problem mit Demo-Leitung, die den Block nicht dabei haben wollen, ohne wirkliche Gründe angeben zu können. Trotzdem konnten viele Flyer verteilt werden. Fred vom Libertären Netzwerk sprach mit uns darüber.

Termine interessanter Veranstaltungen:
Mo. 8.11. 16.40 Uhr, TU Dresden, Beyerbau BEY 68 (George-Bähr-Str. 1): Workshop: Heteronormativität
Mo. 8.11. 20.15 Uhr, die bühne (Teplitzer Str. 26): English Theatre and Readings: Reflektion, Illusion, Kuchen und Diskurs
Di. 9.11. 12.00-18.00 Uhr am Külz-Ring: Audio-visuelle Mahnwache an die Progromnacht 1938.
Di. 9.11. 17.30 Uhr, Scheune: Sitzung des Ortsbeirates
Di. 9.11. 15.30 Uhr, Stele am Hasenberg: Gedenken an die Zerstörungen der Synagoge in der Pogromnacht 1938
Di. 9.11. 18.30 Uhr, TU Dresden, Willersbau WIL C103: Workshop: Wie die Geschlechterstereotypen in die Menschen kommen
Di. 9.11. 20.30 Uhr, Kino im Kasten (August-Bebel-Str. 20): Film und Diskussion: „Boys Don’t Cry“
Mi. 10.11. 16.40 Uhr, TU Dresden, Barkausenbau BAR 218: Workshop: Gender und Sexualität in der Popkultur
Mi. 10.11. 18.00 Uhr, Kleines Haus: Weiter so wie bisher? Die globalen Finanzmärkte und die jüngste Krise des Kapitalismus
Mi. 10.11. 19.00 HfBK Dresden, Hösaal (Güntzstr. 34): Zum Begriff „AVANTGARDISMUS“
Mi. 10.11. 20:15 Uhr, die bühne (Teplitzer Str. 26): Podiumsgespräch mit theatraler Vorband: „Ich hab nichts gegen Homos, du schwule Sau!“
Do. 11.11. 14.50 Uhr, TU Dresden, Mollier Bau Hörsaal 213 (Georg-Bähr-Str. 3): Rassistische Übergriffe in Sachsen und zivilcouragiertes Handeln.
Do. 11.11. 18.30 Uhr, TU Dresden, Hörsaalzentrum HSZ E 05: Vortrag: Was ist „natürlich“ an Geschlecht?
Do. 11.11. 19.00 Uhr, Hygienemuseeum: Der Glanz der Uniform – warum die Mode vom Militär fasziniert ist
Do. 11.11. 19.00 Uhr, Die Genossenschaft (Prießnitzsstr. 20): Auf der Suche nach der verlorenen Stadt
Do. 11.11. 20.00 Uhr, AZ Conni: OAT: Das Libertäre Netzwerk Dresden stellt sich vor
Do. 11.11. 21.00 Uhr, Studentenclub Bärenzwinger: Gender-Trouble im Bärenzwinger
Sa. 13.11. 19.00 Uhr, Volksbühne Berlin: Nach Moskau! Nach Moskau!
So. 14.11. 16.00 Uhr, Kunsthaus Dresden: Der Zombie – Feind oder Freund?
So. 14.11. 19.00 Uhr, Kunsthaus Dresden: RiP: A Remix Manifesto (Film)

01.11.10

Am 3.11. findet eine Demo (s.u.) unter dem Motto „Jugend ist mehr wert“ statt. Hintergrund sind die geplante Kürzungen der sächsischen Landesregierung. Das betrifft auch die Schulen freier Träger. Wir sprachen dazu mit Ines Becker. Möglicherweise gibt es im Bereich der Schulen in freier Trägerschaft ein Einlenken von Seiten in freier Trägerschaft. Vertreter der Regierung haben eine Entkopplung der Diskussion um die Finanzierung freier Schule von Haushalt 2011 versprochen, was aber nicht erfolgt ist. Gewährt werden soll lediglich eine Art Bestandsschutz, was aber auch heißt, dass für neue SchülerInnen und neue Schulen höhere Kosten bedeutet. Dies wird zu einer Selektion der Schüler nach Herkunftsschichten führen. Freie Schulen müssen jetzt schon Gebühren verlangen. Eigentlich muss es auf eine Gleichbehandlung aller Schulen ankommen, also die gleichen Zuschüsse auch an freie Schulen gezahlt werden.

Auf der o.g. Demo am 3.11. wird zu einem antikapitalistischen Block aufrufen. Die Aufrufer gehen davon aus, dass die Probleme mit dem Kapitalismus zu tun haben und an der Wurzel gepackt werden müssen. Wichtig ist es, den Kapitalismus an sich kritisieren. Projekteförderung etc. darf nicht als Standortförderung verstanden werden, sondern nur dem Austausch von Ideen und persönlichen Entfaltung dienen, ohne jeden Verwertungsgedanken. Treff ist 15.30 Uhr am Lautsprecherwagen auf dem Carolaplatz.

Am Wochenende findet in Freiberg das 15. Entwicklungspolitische Forum statt. Das Forum widmet sich alljährlich verschiedenen Themen betrachtet sie aus einer globalen Sicht, und findet im Rahmen des Sächsischen Entwicklungspolitischen Bildungstage (SEBIT) statt. Wir sprachen mit Anne, eine der Organisatorinnen, darüber.

Derzeit findet in Thalia das Move-it-Filmfest statt. Dort werden Dokus und Spielfilme, auch Animationsfilme, zu Themen aus dem Bereich Meschenrechte und Entwicklung gezeigt. Anschließend besteht die Möglichkeit, über die Inhalte zu diskutieren, was bisher rege genutzt wurde. Wir sprachen darüber mit Karolin Kral von akifra e.V., die das Festival organisieren.

Auf dem Move-it-Filmfest war auch die Kampgne Save-me zu Gast. Diese Kampagne widmet sich dem Schutz von Flüchtlingen. Derzeit erreichen viele Flüchtlinge die Bundesrepublik nicht, weil sie vorher in anderen Ländern aufgegriffen und abgeschoben werden. Bestenfalls leben sie für mehrere Jahre hier in Illegalität ohne Papiere. Durch das Resettlement-Programm der UNO sollen Flüchtlinge schon vor der Reise einen Flüchtlingsstatus bekommen. Dieser Status wird anhand von Bedürftigkeitskriterien erteilt. Die Bundesrepublik weigert sich bis jetzt, an diesem UNO-Programm teilzunehmen. Um Druck auf den Bund, der die Entscheidungskompetenz darüber hat, auszuüben, werden derzeit Kommunen aufgefordert, das Programm zu unterstützen. 32 Städte haben sich schon bereit erklärt. Generell tun sich sächsische Städte, eine Ausnahme ist hierbei Leipzig, schwer, sich zu beteiligen. Save-Me versucht hier Überzeugungsarbeit zu leisten. Die Aktivitäten von Save-Me beschränken sich aber nicht darauf. Sie setzt sich auch für Sprach- und Integrationskurse ein und fordert eine Zugang von Flüchtlingen zum Arbeitsmarkt. Wer dieses Projekt unterstützen will, kann natürlich mitmachen oder Pate werden.

Termine interessanter Veranstaltungen:
Di. 2.11. 19.30 Uhr, Goethe-Institut Dresden: „Kritik der reinen Toleranz“ (Lesung mit Henryk M. Broder)
Di. 2.11. 20.00 Uhr, Projekttheater (Louisenstr. 47): Der Mann ohne Fleisch – eine Hommage an Werner D.
Mi. 3.11. 15.00 Uhr, Theaterplatz: Schülerkonzert/Schülerbands, dann weiter zur Demo
Mi. 3.11. 16.00 Uhr, Innenstadt, Dresden: Demo „Wir sind mehr wert!“
Mi. 3.11. 19.00 Uhr, Dreikönigskirche – Haus der Kirche (Hauptstraße 23), Kleiner Saal: Quo vadis Elbe? Attraktive Flusslandschaft oder Wasserstraße mit Staustufen und Flusskanalisierung?
Mi. 3.11. 19.30 Uhr, Programmkino Ost: Ein Lied für Argyris (Dok-Film)
Mi. 3.11. 18.00 Uhr, Kleines Haus: Soziale Kapitalisten – Ethische Dimensionen des Kapitalismus
Mi. 3.11. 14.00 Uhr, Wir AG (Martin-Luther-Str. 21): Vom abstrakten Modell zur politischen Intervention zur tagespolitischen Relevanz der Debatte um das bedingungslose Grundeinkommen (BGE)
Do. 4.11. 14.50 Uhr, TU Dresden – Mollier Bau (Georg-Bähr-Str. 3) – Hörsaal 213: Diskriminierungserfahrungen in Sachsen
Do. 4.11. 18.00 Uhr, Kreisgeschäftsstelle DIE LINKE Bautzen: Die LINKE und der Nahostkonflikt (Harry Grünberg)
Do. 4.11. 19.00 Uhr, ev. Kirchgemeindehaus Pirna (Schlossstrasse 1): Quo vadis Elbe? Attraktive Flusslandschaft oder Wasserstraße mit Staustufen und Flusskanalisierung?
Fr. 5.11. 20.00 Uhr, AZ Conni: Jörg Sundermeier liest aus „almatastraße“ vom germar grimsen
Sa. 6.11. 9.00 Uhr, Geschwister-Scholl-Gymnasium Freiberg (Geschwister-Scholl-Str. 1): “Schicht im Schacht…” – 15. Entwicklungspolitische Konferenz (bitte anmelden)
So. 7.11. 11.00 Uhr, AZ Conni: Vegan Solibrunch (Praxis Löbtau). Mit uns. Für Euch!
So. 7.11. 18.00 Uhr, Volksbühne Berlin: Ich schau dir in die Augen, gesellschaftlicher Verblendungszusammenhang! (von René Pollesch)
Mo. 8.11. 16.40 Uhr, TU Dresden, Gerber-Bau, Hörsaal E38: »Extremismus« und »wehrhafte Demokratie«. Zur Staatsideologie der Bundesrepublik (Prof. Dr. Wolfgang Wippermann)




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