Archiv für Februar 2011

28.02.11

In Honduras soll die Verfassung geändert werden. Dem ehemaligem Präsident Manuel Zelaya wurde aus dem Amt geworfen, weil er vor hatte, die Verfassung zu seinen Gunsten zu ändern. Die Leute, die geputscht hatte, setzten jetzt eine Verfassungsänderung durch. Mit dieser wird u. a. erreicht, dass die Amtszeit von Präsidenten verlängert werden kann. Dies kann eher als Zugeständnis der derzeitigen Regierung verstanden werden. Immerhin war die Verfassungsänderung durch einen großen Teil der Bevölkerung noch vor dem Putsch gefordert wurde. Eine andere Verfassungsänderung betrifft die Einrichtung von Modellstädten, in denen andere rechtliche Bedingungen gelten sollen. Vorbild dafür ist wohl u. a. Shanghai. Erreicht werden soll damit ein wirtschaftlicher Aufschwung, denn diese Städte sollen die Anbindung an den Weltmarkt bilden. Trotz dieser Änderungen herrscht immer noch die durch den Putsch an die Macht gekommende Regierung. Politische Morde gehen weiter, es ist gefährlich auf die Straße zu gehen. Dadurch richtet sich der Blick der Oppositionellen nicht so sehr auf eine Zeit nach Lobo, sondern eher auf die aktuellen Probleme. Weitere Informationen gibt es bei amerika21.

Vor drei Jahren wurde in Ohrstädt ein Transportzug der Bundeswehr aufgehalten, weil einige Menschen sich an die Schienen geketten hatten. Der Zug wollte ein Übungsmanöver, welches der Zulassung zur NATO-Response-Force diente, mit Material versorgen. Dieser Zug konnte deshalb nicht rechtzeitig beim Manöver eintreffen. Bisher gab es sowohl ein Straf- als auch ein Zivilverfahren gegen die an die Schienen gekettet hatten. Das Strafverfahren gegen Hannah, eine der Aktiven, ist derzeit in Revision. Ein Zivilverfahren hat aber beschlossen, dass es auf Schienen kein Demo-Recht gäbe, was der aktuellen Rechtssprechung widerspricht. Deshalb gäbe es eine prinzipielle Haftbarkeit für Schäden, die durch DemonstrantInnen auch mittelbar entstehen. Das sehen die Verklagten natürlich anders. Spenden werden benötigt, um weiter vor Gericht vorgehen zu können. Weitere Infos gibt es hier.

In den USA sind 50% aller ForscherInnen im Ingeneurbereich mittelbar mit der Rüstungsforschung befasst. Dies gibt es auch in der Bundesrepublik, auch meist etwas verdeckter. Der Verein International Network of Engineers and Scientists for Global Responsibility (INES) setzt sich dafür ein, dass die Unis und andere Einrichtungen dazu verpflichten, auf Rüstungsforschung gänzlich zu verzichten. Die Resonanz darauf ist unterschiedlich. Insbesondere im Bereich der Hochschullehrer wird dieser Verzicht als kritisch gesehen, weil dann weniger Drittmittel eingeworben werden könnten. Bei den Studierenden Vorbehalte, weil dies auch die Wahl der Arbeitsstellen eingeschränkt würde. Es gibt mittlerweile ein Netzwerk von Wissenschaftlern, die sich aktiv gegen die Rüstungsforschung einsetzten. Letzlich können die MitarbeiterInnen der Uni im Rahmen der Selbstverwaltung Einfluss nehmen. Das Netzwerk kann genutzt werden, um Kontakt zu KollegInnen an der eigenen Einrichtungen aufzunehmen.

Am 5. März treffen sich in Chemnitz wie alljährlich Nazis. Auf dem Theaterplatz hingegen treffen sich andere um 10 Uhr zum Demokratiefrühstück, auf der auch die Bürgermeisterin der Stadt sprechen wird. Frühes kommen sichert wie immer guten hinkommen. Näheres findet Ihr im Internet z. B. hier.

Die Tierrechtsgruppe Dresden wurde im Jan. 2006 gegründet. Sie ist eine Ortsgruppe der Tierbefreier. Sie setzt sich gegen Tierausbeutung ein, ist anti-speziesistisch, basisdemokratisch und vegane Lebensweise ein. Sie fordern Ende der Gewalt gegen Tiere. Proteste im lokalen Bereich beispielsweise gegen GSK und Sächsiches Serum-Werk, eine Pelzfarm in Sachsen, sowie gegen Pelz- und Ledergeschäfte. Die Gruppe trifft sich jeden 2. Do. im Monat im AZ Conni, das nächste am 10. März. Gelegentlich finden auch Vegan-Brunches statt, der nächste am 3.4. Eine Einführung in die Theorien der Tierrechtsbewegung gibt es beispielsweise auf der ersten Sendung der Tierrechtsgruppe Dresden auf coloradio am 6.3. um 20 Uhr. Am 16.1. findet auch eine Buchvorstellung von „Das Schlachten beenden“ statt.

Vor 2 Jahren protestierten viele in Nancy gegen das seinerzeit dort stattfindende NATO-Treffen. Einige wurden verurteilt. Am 9. März ist der 4. Prozesstag gegen einen der NATO-Gegner. Ihm wird das Tragen einer Waffe der Kategorie 6, konkret einer Eisenstange, und eine illegale Demonstration vorgeworfen. Unterstützer fahren mit einem Bus nach Nancy, der in Berlin startet und in vielen Städten halt macht, und nach dem Prozesstag wieder zurück. Es sind noch Plätze frei. Bustickets gibt es im Buchladen König Kurt, auf der Infoveranstaltung am Do. im AZ Conni und auch im Netz.

Am Abend des 19. Februar 2011 wurde das Haus der Begegnung, welches von der Linkspartei genutzt wird, und Räume des Roten Baum von einer Razzia heimgesucht, bei der alle Anwesenden vorläufig festgenommen und die gesamte Technik beschlagnahmt wurde. Diese Räume wurden vom Bündnis Dresden-Nazifrei gemietet und als Pressebüro, für das Infotelefon und zum Aufenthalt für Sanitäter genutzt. Das Infotelefon wurde von einem grünen Abgeordneten angemeldet. Vor diesem Tag wurden die Räume von Dresden-Nazifrei genutzt wurde, andere Treffen fanden an vielen anderen Orten bei anderen Unterstützern, wie bei den Grünen oder der Gewerkschaft Verdi, statt. Sowohl die Linkspartei, als auch der Rote Baum waren Teil des Bündnisses. Zum Zeitpunkt der Razzia war nur ein Teil der Pressegruppe anwesend, die anderen waren auf eine Pressekonferenz. Alles in allem ist nicht erkennbar, warum die Razzia stattgefunden hat. Das Bündnis versucht natürlich, die noch beschlagnahmten Geräte durch juristische Schritte wieder zu erlangen. Solidarität gilt natürlich auch dem Roten Baum e. V., dessen Förderstatus derzeit von einigen hinterfragt wird.

Letzte Woche wurden auf einer Veranstaltung die Konzepte von Liquid Democracy und Adhocracy vorgestellt, die derzeit bei der Linkspartei zur Programmdiskussion genutzt wird. Anke Gruner von der Linksjugend stellte die Konzepte vor.

Sachsen hat ein Problem mit Nazis – das sollte spätestens jeder und jedem klar sein, der die entsprechenden Videos vom 19.2. im Internet gesehen haben. Alle Vereine, die sich gegen Nazis und ihre Ideologien engagieren, müssen seit neuestem eine Extremismusklausel unterschreiben. Dies ist für viele Vereine, wie auch dem Kulturbüro Sachen nicht möglich, weil sie damit dafür bürgen müssten, dass all ihre Partnerorganisationen vom Verfassungsschutz nicht als extrem eingestuft wurden. Ehrlichenherzens kann das niemand, da dieses Attribut in seiner Bedeutung rechtlich nicht geklärt ist, praktisch also sehr willkürlich vergeben wird. Das Kulturbüro hat nun eine Ablehnung für einen Verlängerungsantrag für eine Stelle eines Jugendhilfecoachs bekommen. Damit ist wird nun die Arbeit gegen Nazis geschwächt. Wenn dies beim Beschluss über die Extremismusklausel nicht intendiert war, muss diese Klausel schnellstmöglich abgeschafft werden. Kristina Schröder, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, hat übrigens vor kurzem bekräftig, dass sie an der Klausel festhalten will.

Termine interessanter Veranstaltungen:
Mi. 2.3. 19.30 Uhr, ÖIZ (Kreuzstr. 7), 4. Etage: Kann denn Mode Sünde sein?
Mi. 2.3. 17.00 Uhr, Haus an der Kreuzkirche (An der Kreuzkirche 6): Links – Rechts – Mitte. Wer ist hier extrem? (Bitte anmelden)
Do. 3.3. 19.00 Uhr, ÖIZ (Kreuzstr. 7), 4. Etage: Ein Riss geht durchs Land (zur aktuellen politischen Situation in der Elfenbeinküste)
Do. 3.3. 20.00 Uhr, AZ Conni: Der Repressionsprozess in Nancy (Infoabend)
So. 6.3. 14.00 Uhr, Bus-Haltestelle St.-Pauli-Friedhof: Das Judenlager Hellerberg (Rundgang)
Mo. 7.3. 18.00 Uhr, Stadtarchiv (Elisabeth-Boer-Str. 1): Linsensalat (Eröffnung einer Fotoausstellung)

21.02.11

Heute jährt sich der Tod von Jonas Savimbi, einem Führer der angolanischen UNITA. Er war als Präsidentschaftskandidat angetreten, verlor aber die Wahl und erkannte das Wahlergebnis nicht an. Es folgte eine Fortsetzung des Bürgerkrieges, der erst durch den Tod von Savimbi beendet wurde.
Nach der Unabhängigkeit Angolas von Portugal 1975 wurde das Land von der MPLA geprägt, die bis in die 80er Jahre marxistisch orientiert war. Mit der UNITA entstand eine Gegenbewegung, die zuerst von China, später von den USA unterstützt wurde. Beide Parteien lieferten sich einen Bürgerkrieg, der auch als Stellvertreterkrieg zwischen den Mächten des Kalten Kriegen verstanden werden kann. Trotz des Endes des kalten Krieges kam es nur zu einem kurzen Friedensprozess in Angola Anfang der 90er Jahre. Die bisherigen Finanzquellen versiegten zwar, aber es wurde die Diamantenförderung zur Schließung der Finanzierungsquelle genutzt. Diese Diamanten wurden von der UNITA nach Zaire geschmuggelt und dort als zairische Diamanten auf dem Weltmarkt verkauft, wo diese Edelsteine zum großen Teil in der Industrie verwendet werden. Die UNITA kontrollierte ab 1993 große Teile des Diamanten-Aufkaufs und verdiente damit 200-600 Millionen US$ pro Jahr, um den Bürgerkrieg zu finanzieren. Auf diesen Zusammenhang verweist der Begriff Blutdiamanten oder Konfliktdiamanten.
Mittlerweile ist die Diamantenförderung wieder unter der Kontrolle der Regierung. Diese kontrolliert auch die Erdölförderung. Trotz leichter wirschaftlicher Entwicklung blieben 60% der Bevölkerung von diesen Fortschritten abgekoppelt. Ab 2000 wird von China in dieser Gegend investiert und Kredite vergeben. Auch kauft China einen großen Teil der Erdölproduktion. Diese Investition betrifft auch Projekte zur Lebensmittelsicherheit und Infrastruktur. Verbunden ist dies auch mit der Überschwemmung des angolanischen Marktes mit chinesischen Produkten, was eine eigenständige industrielle Entwicklung eher hemmen dürfte.

Am Sa. 19.2. wurde das Wohnprojekt Praxis von ca. 300 Nazis überfallen. Diese haben das Haus mit Steinen u. a. beworfen. Während des Angriffs waren noch BewohnerInnen im Haus, die während des Überfalls in Todesangst schwebten. Gitter an den Fenstern haben verhindert, dass die BewohnerInnen getroffen wurden. Die vor Ort befindlichen Polizisten waren zu wenige um einzugreifen. Es waren aber genügen Polizeikräfte in der Nähe. Trotzdem kamen die Beamten erst nach 15 Min. zum Ort zu einer Zeit, als die Nazis von alleine abgezogen sind – vermutlich hat ein Hubschrauber hat die Angreifer verschreckt. Die ankommenden Beamten haben nach dem Eintreffen zuerst die BewohnerInnen (!) beschimpft. Eine Anzeige gegen die Nazis haben die BewohnerInnen bisher nicht aufgegeben. Die Beamten haben auch nicht gefragt, ob sie eine aufgeben möchten. Eine Anzeige gegen die Polizei wird derzeit noch diskutiert.
Neben der Praxis wurden auch umliegende Wohnhäuser angriffen und die Fensterscheiben im Erdgeschoss zerstört. Mit der Klarheit, dass die Polizei bei Nazi-Angriffen nicht helfend eingreift, wird in der Nachbarschaft diskutiert, wie in Zukunft solche Angriffe abgewehrt werden können. Es wurde auch Kontakt mit Anwälten gesucht und es wird abgeklärt, wie juristisch mit der Situation umgegangen werden kann. Wer die Praxis unterstützen möchte, kann sich bei praxis.presse@hushmail.com melden. Unter dem Libertären Netzwerk ist eine Soli-Kontonummer angegeben.

Auf den Demonstrationen am 19.2. wurden leider auch Demo-Sanis benötigt, die sich ehrenamtlich um die Versorgung von Verletzen kümmern. Stali, einer der Sanis, hat den Tag als sehr chaotisch erlebt. Es gab viele Verletzte, derzeit wird von 100 Einsätzen von Spray und 20 chirurgischen Verletzungen ausgegangen. Diesen wurde von 40 Demo-Sanis geholfen. Die Polizei hat sehr verschieden auf die Sanis reagiert: einige haben die Sanis durchgelassen, andere haben sie abgewiesen. An dem Tag waren auch andere Rettungskräfte unterwegs, mit denen die Demo-Sanis zusammengearbeitet haben. Infos zu den Demo-Sanis gibt es auch hier.

Zur Unterstützung der Demonstanten gab es auch dieses Jahr wieder ein Infotelefon. Dieses hat sich zur Aufgabe gemacht, Informationen von Demonstranten aufzunehmen und Fragen zur aktuellen Lage zu beantworten, wo kommt man durch, wo sind Nazis, wo sind Blockaden etc. Es wurden aber keine Empfehlungen gegeben, sondern nur die Lage beschrieben. Das Telefon wurde sehr rege genutzt. Auch Anrufe von Verwirrten trafen ein, die aber die Arbeit wenig behindert haben. Es gab aber auch einen großen Austausch von Informationen außerhalb des Infotelefons.

Am Abend des 19.2. stürmten gg. 18.30 Uhr 20 vermummte Beamte des LKA das Haus der Begegnung, in welchem sich Büros der Linkspartei, der Jugendverein „Roter Baum“, ein Rechtsanwaltsbüro und auch die provisorische Pressestelle von Dresden-Nazifrei befindet. Viele Türen wurden von den Beamten mit Kettensägen oder Rammen aufgebrochen. Die Beamten hatten keinen Durchsuchungsbefehl sondern den Staatsanwalt dabei, der aber nicht über eine Durchsuchung entscheiden kann. Die Anwesenden wurden am Boden gefesselt. Es wurden auch Computern, Telefonen und andere Technik beschlagnahmt. Stephan Tiele, Pressensprecher Dresden Nazifrei, denkt, dass die Polizei die Struktur von Dresden-Nazifrei angreifen wollte, um gerade die so erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit zu treffen. Möglicherweise wollte die Polizei auch dem planlosem Einsatz vom Tag noch eine Struktur geben. Der Überfall kann auch als Versucht gewertet werden, einige Parteien zu zu kriminalisieren oder Bündnispartner von Dresden-Nazifrei einzuschüchtern. Der betroffene Anwalt hat sich natürlich umgehend an die Staatsanwaltschaft gewandt hat. Diese erklärten ihm, dass 2010 Handygespräche mit Inhalten geführt wurden wären, die als Aufruf zu Straftaten gewertet werden könnten. Dieses Jahr sollen nun diese Handys in der Nähe der Großenhainer Str. geortet worden sein. Um der Handybenutzer habhaft zu werden, soll das Haus der Begegnung gestürmt wurden sein. Verwunderlicherweise wurden die Verhafteten nicht in dieser Richtung untersucht – es wurden keine Sprachproben aufgenommen etc.

Am 19.2. gab es auch eine Spontan-Demo vom goldenen Reiter entlang der Elbe. In diese Demo ist ein Reisebus gefahren, der dann auch durch die Demo gefahren ist. Die Polizei ist nicht eingeschritten. Bei dieser Aktion wurde ein Mensch durch den Bus verletzt. Wer dies beobachtet hat, kann sich gern bei coloradio melden: 0351/3205 4711.

Termine interessanter Veranstaltungen:
Di. 22.2. 19.00 Uhr, IBZ (Heinrich-Zille-Straße 6): Kommt, seht das Blut in den Straßen! (über Ägypten)
Di. 22.2. 20.00 Uhr, Kleines Haus: Jakob von Gunten
Mi. 23.2. 19.00 Uhr, WIR AG: Diskurs im Netz
Do. 24.2. 20.00 Uhr, AZ Conni: Offene Auswertungsdiskussion – 13.&19. Februar
Fr. 25.2. 18.30 Uhr, am Skatepark Lingerallee/Ecke St. Petersburger Str.: Critical Mass
So. 27.2. 15.00 Uhr, Gemeindezentrum der Jüdischen Gemeinde Dresden (Hasenberg 1): Vernissage der Ausstellung „Nathans Ende oder Der Schlaf der Vernunft“

14.02.11

In Berlin hatte eine Koalition aus CDU und SPD beschlossen, knapp 50% der Wasserversorgung zu privatisieren. Die Berliner SPD/Linke-Koalition wurden dann diese Privatisierung weitergeführt. Einige Bürger finden das problematisch und treten innerhalb des Wassertisch für eine Re-Komunalisierung der Wasserversorgung ein. Wassertisch ist ein Zusammenschluss von verschiedenen Verbänden und Initiativen, was sich wahrscheinlich positiv auf die breite Zustimmung ausgewirkt hat. Das positive Ergebnis des Volksentscheids ist umso erstaunlicher, weil diese Initiative nur sehr wenig finanziellen Möglichkeiten zur Verfügung hatte und die Präsenz des Themas in den Medien eher bescheiden war. Dies wurde durch viel Engagement wettgemacht. Nach diesem Entscheid muss nun durchgesetzt werden, dass wirklich alle betreffenden Dokumente veröffentlicht werden. Um das Ziel einer kommunalen Wasserversorgung zu erreichen, ist der gewonnene Volksentscheid aber nur ein erster Schritt. Markus Henn vom Wassertisch berichtete uns.

Bundesumweltminister Röttgen hat heute Hitzacker besucht. Vor dem Hintergrund der zusätzlichen Castor-Transporten haben die Anwohner viele Fragen. Röttgen meint, dass es keine Vorfestlegung auf Gorleben gäbe. Er sieht keine Indizien dafür, dass der Salzstock nicht geeignet sei, obwohl es schon genug Problemfelder gibt, von Gaseinschlüssen bis Elbwasser in der Nähe. Dafür gab es natürlich nur Gelächter von den BewohnerInnen. Viele Initiativen, wie die BI Lüchow-Dannenberg, wollen wegen der Gefahren eines Endlagers gerichtlich einen Baustopp erwirken. Am Mi. soll erneut ein Castor-Transport von Karlsruhe nach Greifswald/Lubmin auf die Reise geschickt werden. Die Ankuft wird für Do. 4.30 Uhr in Lubmin erwartet. Entlang der Strecke wird es sicher wieder zu Protesten kommen. Näheres gibt es hier.

Termine interessanter Veranstaltungen:
Mi. 16.2. 19.00 Uhr, Scheune: Dresden gut, alles gut!?
Do. 17.2. 20.00 Uhr, AZ Conni: Das Ende des Internationalismus
Do. 17.2. 20.00 Uhr, Schauburg: Infoveranstaltung 19. Februar – Diskussion – Konzert mit Commander Shree Stardust / Prinz Chaos II.
Fr. 18.2. 20.00 Uhr, Bärenzwinger: Solikonzert zum 19. Februar: Marracash Orchestra & Bureaumaschine
So. 20.2. 15.00 Uhr, Robert-Matzke-Str. 16: cafe negation – Rückblick, Ausblick, Reflexion

07.02.11

Am 12. Februar eröffnet das Galerieprojekt F14 – Raum für zeitgenössische Kunst. Damit entsteht in der bisher wenig belebten Fritz-Reuter-Straße ein Treffpunkt für Kunst und künstlerischen Austausch. Monatlich wird in einer Doppelausstellung je eine künstlerische Position aus Dresden und aus einer anderen Stadt präsentiert. Getragen ist das Projekt von Studenten der HfbK Dresden und Förderern. Die Reihe eröffnen Kristina Berndt, HfbK Dresden, und Frank Wunderlich, HBK Braunschweig mit der Ausstellung behind the blue and back am 12. Februar ab 19.00. Die Ausstellung läuft bis zum 27.2. und kann jeden Donnerstag bis Sonntag von 17.00 bis 20.00 und nach Vereinbarung besucht werden.

An den nächsten beiden Wochenenden wollen Nazis durch Dresden demonstrieren. Wann und wo genau, ist leider so genau noch nicht zu sagen. Fest steht, dass die Nazis am 13.2. auf 15 Uhr zum Dresdner Hbf. zu einem Fackelzug mobilisieren. Erwartet werden 1000 bis 1500 Nazis. Deshalb wird eine Gegenkundgebung ab 14 Uhr ebendort geben. 11 Uhr wird es auch einen Spaziergang auf den „Täterspuren“ geben, der am Comeniusplatz startet. Welche Strategie die Polizei verfolgt, ist noch unklar. Die aktuellen Gerichtsbeschlüsse legen nahe, dass dieses Jahr mit mehr Nachdruck versucht wird, die Nazidemo zu ermöglichen und die Gegenaktivitäten in weiter Ferne zu halten.
Am 19.2. wird von den Nazis überregional zu einer großen Demonstration nach Dresden aufgerufen. Details dazu und den geplanten Gegenaktivitäten wird es erst wenige Tage vorher geben. Aktuelle Informationen gibt es bei Dresden-Nazifrei im Netz, telefonisch (0351/8996845), per Wap-Ticker oder direkt im Bürgerbüro Bischofsplatz 6. Natürlich gibt es auch auf coloradio aktuelle Informationen dazu, beispielsweise im Magazin am Fr. 19.10 Uhr.

Letzten Mittwoch wurde in Berlin das Hausprojekt Liebigstr. 14 mit bisher unbekannter Härte geräumt. Wir verlasen das Dankschreiben der ehemaligen BewohnerInnen an alle UnterstützerInnen.

Letztes Wochenende fand in Berlin der Kongress „Entsichern“ statt. Thematisch ging es um die aktuellen Entwicklungen in der Sicherheitspolitik, insbesondere der Verquickung der nationalstaatlichen und europäischen Entwicklungen und der Ausbau des Militärs als Teil der Außenpolitik.

Termine interessanter Veranstaltungen:
Mo. 7.2. 22.15 Uhr, Schauburg: Picco (Film, täglich noch mind. bis 16.2. mit variierenden Anfangszeiten)
Di. 8.2. 9.00 Uhr, Lichthof des Rathauses: „Andrizki. Bekenntnis“ (Videoinstallation, Ausstellungseröffnung, bis 17.2.)
Mi. 9.2. 18.30 Uhr, TU Dresden, Hörsaalzentrum 204/U: AbrüstungKein Thema mehr?
Mi. 9.2. 19.00 Uhr, Bibliothek Dresden Prohlis (Prohliser Allee 10): Das Gefängnistagebuch des Hans Fallada
Mi. 9.2. 20.00 Uhr, AZ Conni: Der 13. Februar aus der Perspektive von im NS Verfolgten
Mi. 9.2. 20.00 Uhr, Schauspielhaus: Widerstand gegen Neonazis: Was ist legitim?
Do. 10.2. 19.00 Uhr, Kunsthaus Dresden: Collage aus Filmausschnitten, Rechercheabfällen und Fundstücken zu den Randzonen künstlerischer Produktion
Do. 10.2. 20.00 Uhr, AZ Conni: Letzte Infos vor dem 13. Februar
Fr. 11.2., 22.00 Uhr, Chemiefabrik: Beats & Bombs: Soliparty zum 13. Februar 2011
Sa. 12.2. 16.00 Uhr, Ratssaal des Ortsamtes Blasewitz (Naumannstraße 5): Zeitzeugen erinnern sich an die Zerstörung von Coventry und Dresden




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