04.04.2011

Die Rote Flora in Hamburg ist ein politisch-kulturelles Zentrum im Schanzenviertel, welches aus einer Widerstandsbewegung gegen Aufwertung und Kommerzialisierung des Viertels durch Besetzung entstanden ist und sich explizit als linksradikal versteht. Bis vor 10 Jahren gehörte das Gebäude der Stadt. Den Abschluss von Verträgen zwischen den NutzerInnen und der Stadt haben die NutzerInnen abgelehnt. Die Stadt verkaufte vor 10 Jahren an einen Investor, der die Rote Flora nun weiterverkaufen will. Im Fall eines Weiterverkaufs droht der Flora die Räumung. Von Seiten der gewählten PolitikerInnen gibt es eher positive Signale, was mit der großen Solidarität gegenüber der Flora und den befürchteten Folgen zu tun haben dürfte. Allerdings hat die Verwaltung keine Wahl, wenn der Eigentümer auf seinem Eigentumsrecht beharrt. Voraussichtlich am 30.4. gibt es in der Flora einen „Tanz in den Mai“, auf dem jedeR seine Solidarität zeigen kann.

Auf Bundesebene werden im Programm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ verschiedene Vereine und Initiativen, die sich gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit engagieren, finanziell gefördert. Auf Bundesebene wurde festgelegt, dass die Öffentlichkeitsarbeit im bestimmten Rahmen mit den entsprechenden Landesministerium abgestimmt werden muss. Das Land Sachsen hat diese Vorgaben noch etwas verstärkt und verlangt, dass jegliche Veröffentlichung (Pressemitteilung, Werbung für Veranstaltungen etc.), die durch das Projekt gefördert wird, vorab mit dem Ministerium für Soziales abgestimmt werden muss. Nach Angaben von Herrn Schreiber, Pressesprecher dieses Ministeriums, geht es dabei um die Einhaltung von Formsachen, wie die Nennung der Geldgeber. Ein merkwürdiger Beigeschmack bleibt aber und es bleibt abzuwarten, wie diese Abstimmung dann konkret aussieht. Schließlich wurde vor kurzen verschiedenen Vereinen die Anerkennung der „Extremismusklausel“ abverlangt, was nicht gerade als Vertrauensbeweis gegenüber den Vereinen gesehen werden kann.

Termine interessanter Veranstaltungen:
Mo. 4.4. 14.00 Uhr, Sächsischen Landtag: Todesopfer rechter Gewalt in Deutschland seit 1990 (Ausstellungseröffnung, Ausweis nicht vergessen)
Mo. 4.4. 19.30 Uhr, PK Ost: Jorge – Tod eines Vertragsarbeiters (Film)
Di. 5.4. 19.30 Uhr, Scheune: Tom Gavron
Mi. 6.4. 17.00 Uhr, Gedenkstein am Jorge-Gomondai-Platz: Kundgebung
Mi. 6.4. 20.00 Uhr, AZ Conni: Referentin der Opferberatung Sachsen (RAA) zu rechts motivierter Gewalt
Mi. 6.4. 19.30 Uhr, ÖIZ (Kreuzstraße 7), 4. Etage: Lobbyismus (Lobbying) mit seinen Licht- und Schattenseiten
Mi. 6.4. 16.40 Uhr, TU Dresden, HSZ E05: Theorien und Grundlagen der Globalisierung im 21. Jahrhundert
Do. 7.4. 19.00 Uhr, Festsaal des Rathauses: 20 Jahre danach – ist Rassismus für Dresden noch ein Thema?! (Podiumsdiskussion)
Do. 7.4. 18.00 Uhr, AZ Conni: Eröffung der Sexismuskritische Tage mit Einführungsvortrag „Geschichte des Feminismus“
Do. 7.4. 20.00 Uhr, Veränderbar: Vortrag mit Film über Calais
Fr. 8.4. 13.00 Uhr, AZ Conni: Eine gerechte Gesellschaft gestalten. Queer und Kapitalismuskritik
Fr. 8.4. 13.00 Uhr, AZ Conni: Antifa und Männlichkeit
Fr. 8.4. 17.00 Uhr, AZ Conni: Miteinander reden in Gruppen – Diskriminierung und Verletzbarmachung entgegenwirken
Fr. 8.4. 17.00 Uhr, AZ Conni: Kapitalismus und Patriarchat. Zwei Seiten oder eine Medaille?
Sa. 9.4. 11.00 Uhr, AZ Conni: Das warenproduzierende Patriarchat
Sa. 9.4. 11.00 Uhr, AZ Conni: Antisexismus aus männlich sozialisierter Perspektive
Sa. 9.4. 15.00 Uhr, Jorge-Gomondai-Platz: Antirassistische Demonstration
Sa. 9.4. 15.00 Uhr, AZ Conni: Sexismus und Nationalismus
Sa. 9.4. 15.00 Uhr, AZ Conni: Community Accountability Part 1
Sa. 9.4. 16.00 Uhr, Motorenhalle (Wachsbleichstr. 4a): Goodbye London – Radical Art and Politics in the Seventies (Führung durch die Austellung)
Sa. 9.4. 19.00 Uhr, AZ Conni: Community Accountability Part 2
Sa. 9.4. 19.00 Uhr, AZ Conni: Rassismus und Sexismus – Eine Analogie?
Sa. 9.4. 19.00 Uhr, Kulturhaus (Rudolfstr.13b): Benefiz für die Familie Gomondai





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