23.05.2011

Die Giordano-Bruno-Stiftung mit ihrem Dresdner Ableger GeFAHR e.V. ist ein starker Vertreter eines säkularen Humanismus. Bundesweit sind viele Künstler und Wissenschaft. Sie gehen davon aus, dass ein evolutionärer und säkulärer Humanismus funktioniert und auf einen Gott verzichtet werden kann. Nächste Woche wird es eine religionsfreie Zone rund um die Schauburg unter dem Motto „Da wird dein Hirn sein“ sein. Leider gab es für Säkuläre keine Einladung zum Kirchentag.
Die Bundesrepublik und das Land Sachsen versteht sich als säkulär, aber die Verträge mit den Kirchen sehen eine starke Bevorzugung der Kirchen vor. Berufs-PolitikerInnen sind auf dem Kirchentag vertreten, auch um ein Podium zu haben, obwohl diese PolitikerInnen nicht wirklich nach christlichen Grundsätzen handeln. Es gibt auch zahlreiche Verquickungen zwischen PolitikerInnen und OrganisatorInnen des Kirchentages, was in einer ungewohnt üppigen Mittelvergabe mündete – kein Anzeichen von Sparzwang. Sacha von der Giordano-Bruno-Stiftung hält Veranstaltungen im öffentlichen Raum oder im Landtag für nicht akzeptabel. Humanistische Werte sind gegen die Kirche erkämpft worden und das sollte verteidigt werden, auch gegen die Neo-Konservativen.

Letzte Woche fand ein Symposium zu den Ereignissen vom 19.2. statt. Geladen hatte der sächsische Innenminister Herr Ulbig. Eine unvoreingenommene Diskussion war angekündigt, aber „Dresden Nazifrei“ als einer der wichtigen Akteure wurde nicht eingeladen. Eine Umfrage von Herrn Dohnsbach ergab, dass der Bürger schlechthin sich eine ruhige Veranstaltung wünschen würde. Das aber löst kein politischen Problem. Vor der Veranstaltung war angekündigt worde, dass Herr Ulbig ins Gespräch kommen wollte, aber der Moderator hat sehr schnell vorgegeben, dass aus dem Publikum nur Fragen zu kommen haben, was eine Beteilung der Gäste minimierte. Fazit: Eine Riege von Herren in grauen Anzügen haben angesagt, wie es lang geht: Gesetze müssen durchgesetzt werden. Politische Statements aus dem Podium waren nicht zu hören. Es ist also nicht zu erkennen, wie mit den Nazi-Demos in Zukunft umgegangen werden soll.

Seit einigen Wochen findet mitwochs ein autonomes Seminar „Bildung selbst bestimmen“ statt. Dieses Seminar findet zwar an der TU Dresden statt, wird aber nicht wie die anderen Seminare von einem Dozenten organisiert. Damit soll der Inhalt des Seminars auch gleich in die Form eingehen. Die Seminare drehen sich rund um Bildung, die ohne eine Machgefälle zwischen Lehrenden und Lernenden auskommt. Im Rahmen des Seminars werden auch Projekte besucht, in denen ein freies Lernen versucht wird. Das nächste Termin ist am Mi. (s. u.)

Am letzten Wochenende fand ist Zwickau eine Demo unter dem Motto „Das Schloss stürmen“ statt. „Das Schloss“ – so wird das für viel Geld sanierte Rathaus von den Zwickauern genannt. Für die Jugendarbeit ist leider nicht so viel Geld vorhanden. Die Initiative Baumhaus kämpft schon seit zwei Jahren um ein Gebäude für ein alternatives Jugendzentrum. Im Zwickau mangelt es nicht an geeigneter Bausubstanz. Die Stadtverwaltung arbeitet mit dem Baumhaus aber nicht zusammen, sondern versucht, sie zu kriminalisieren, indem sie ihnen die illegale Nutzung von freien Häusern vorwirft, die sich ja durch Haus beenden ließe. Wie fast überall hat Zwickau ein alternatives Jugendzentrum dringend nötig, um einen Rückzugsraum gegen die präsenten Nazis in der Stadt zu haben. Die Demo wurde auch von Menschen aus anderen Städten unterstützt. Natürlich hat sich durch die Demo noch nichts geändert. Aber es klar geworden, dass das Baumhaus viele Unterstützer hat.

Ende Mai findet in Paris das e-g8-Forum statt. Dort trifft sich die Elite des Internets und diskutiert die Zukunft des Medium. Die Gästeliste lässt nichts Gutes erwarten für emanzipatorische Menschen.

Termine interessanter Veranstaltungen:
Di. 24.5. 20.00 Uhr, Haus der Kathedrale (Schloßstraße 24): Grenzenlose Märkte – Begrenzte Verantwortung? Plädoyer für eine notwendige Regulierung
Mi 25.5. 14.50 Uhr, TU Dresden, Weberbau 217: Autonomes Seminar: Bildung selbst bestimmen
Mi 25.5. 16.40 Uhr, TU Dresden, Hörsaalzentrum HSZ E05: Gaddafi und der Weltsouverän – Über die scheinbare Verrechtlichung der internationalen Beziehungen
Mi 25.5. 18.00 Uhr, Kleines Haus: Klimagerechtigkeit und soziale Gerechtigkeit in der Klimapolitik
Mi 25.5. 19.00 Uhr, WIR AG (Martin-Luther-Straße 21): Wirtschaftsdemokratie heute
Mi 25.5. 19.00 Uhr, Kunstverein Meißen e.V.: Menschenrechte in Zeiten des Terrors – Neue Sicherheitsarchitektur für den täglichen Ausnahmezustand?
Mi 25.5. 19.00 Uhr, Volkshaus Dresden (Schützenplatz 14): Der unbekannte Held – Georg Elsner
Do. 26.5. 10.00 Uhr, IBZ: Rechtliche Grundlagen zum Einbürgerungsverfahren und neue
Umsetzung des elektronischen Aufenthaltstitels

Do. 26.5. 20.00 Uhr, Theaterrestaurant „Felix“ (Theaterstr. 2): Die sächsischen Antisemitenparteien im 19. Jahrhundert und ihr Erbe: die NSDAP in Sachsen
Fr. 27.5. 18.30 Uhr, Lingnerallee/Petersburger Str. (Skaterbahn): Critical Mass





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